Die Idee nach dem Studium eine Große Reise zu machen, hatte mich schon lange begleitet und das ferne Persien mit seiner alten Kultur und Geschichte zog mich seit jeher in seinen Bann. Seit der Reise einer guten Freundin, die aus dem Iran mit wunderbaren Bildern und Erzählungen über die Menschen des Landes zurückgekommen war, hat mich die Idee, über die kurdische Türkei in den Iran zu reisen, nicht mehr losgelassen. Ende 2011 fasste ich den Beschluss die Sache anzugehen und entwickelte eine mögliche Route auf dem Landweg von Istanbul Richtung Osten in den indischen Subkontinent.

Von Istanbul, der vibrierenden Metropole am Bosporus, ging es über die steinerne Märchenlandschaft Kappadokiens in den Süden des Landes an die syrische Grenze. Anschließend stieß ich immer tiefer nach Osten ins kurdische Kerngebiet an den Van-See vor. Nach dem Grenzübertritt in den Iran hielt ich mich nördlich am Kaspischen Meer und zog dann Richtung Süden zu den alten Kulturschätzen Isfahans und dem sagenumwobenen Persepolis nahe Schiras. Anschließend querte ich die Wüsten in den Nordosten des Landes, um nach Turkmenistan überzusetzen.

In Turkmenistan ließ ich das utopische Aschgabat rasch hinter mir und reiste direkt nach Usbekistan, wo mich mein Weg an das ehemalige Ufer des vertrocknenden Aralsees im Norden des Landes führte. Von hier aus ging es retour in den Süden nach Samarkand, dem alten Zentrum der Seidenstraße, um dann über das Fergana Tal nach Kirgisistan weiter zu reisen. In Kirgisistan zog ich eine Schleife von Osch im Süden bis an die blauen Wasser des Issyk-Kul Sees im Nordosten des Landes, und reiste anschließend über die einsamen Hochtäler des Tien Shan und den Torugart Pass in den uigurischen Teil Chinas nach Kaschgar.

Von dort ging es auf dem Karakorum Highway über den mächtigen Khunjerab Pass weiter nach Pakistan. Hier bewegte ich mich hauptsächlich im Norden, reiste bis an die afghanische Grenze zu dem einzigartigen Volk der Kalasha und weiter nach Süden in das paschtunische Herz um Peschawar, bevor es über Islamabad und Lahore nach Indien ging. In Indien arbeitete ich mich entlang der Grand Trunk Road über den Lärm und Smog Delhis bis nach Agra zum atemberaubenden Taj Mahal vor. Auf dem Weg nach Varanasi zwangen mich die Umstände zu einer Rückkehr nach Delhi und in weiterer Folge zu einer raschen Weiterreise nach Nepal. Dort, nach sechs Monaten und 20.000km durch rund 75 verschiedene Orte, fand meine Reise ihr entspanntes Ende.